Probiotika und Präbiotika

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Als Probiotika werden Lebensmittel und Futterzusatzstoffe bezeichnet, welche lebende Mikroben enthalten. Diese können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Nach einer viel zitierten Definition sind diese positiven Gesundheitseffekte zu begründen durch die Fähigkeit der Mikroben das Gleichgewicht der Darmflora zu stabilisieren.

Grundsätzlich lassen sich die in der Tierernährung eingesetzten Probiotika in drei wesentliche Gruppen einteilen: Milchsäurebakterien, Bacillussporen und Hefen. Diese Stämme kommen zwar auch natürlich im Darm vor, aber als Probiotika eingesetzt unterscheiden sie sich von der natürlichen Form. Das betrifft vor allem die hohe Anwendersicherheit und die Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt.

Die verschiedenen Probiotika unterscheiden sich deutlich in Bezug auf Eigenschaften, Herkunft und Wirkungsweise. Die Wirkung im Darm kann zum Beispiel aufgrund der Konkurrenz um Nährstoffe beruhen, oder aber auch aufgrund einer Änderung des intestinalen Milieus durch Produktion von Stoffwechselmetaboliten.

Bei den Präbiotika handelt es sich um unverdauliche Kohlenhydrate mit relativ kurzer Kettenlänge. Das intstinale Mikrobiom fermentiert diese im Verdauungstrakt und kann so Wachstum und Aktivität von Bakterien fördern, die dem Wirtsorganismus nützlich sind.

Außerdem können infolge der Fermentation unverdaulicher Kohlenhydrate organische Säuren freigesetzt werden. Diese üben schließlich einen stabilisierenden Effekt auf die intestinale Mikroflora aus.

Probiotika müssen EG-einheitlich als Futterzusatzstoffe zugelassen sein. Herstellerfirmen müssen sowohl unter Labor- als auch unter Praxisbedingungen Untersuchungen bezüglich der Unbedenklichkeit, Wirksamkeit und Stabilität ihrer Produkte durchführen, welche den Zulassungsbedingungen der europäischen Gemeinschaft entsprechen müssen.

Die Darmflora eines Tieres kann nur dann wirkunsvoll stabilisiert werden, wenn Probiotika kontinuierlich verabreicht werden. Das ist erforderlich, weil sich Probiotika-Stämme nicht dauerhaft im Darm ansiedeln. Auch kurzfristige erhöhte Probiotika-Gaben können in bestimmten Belastungssituationen hilfreich sein. Pauschal kann nicht gesagt werden, wie hoch die optimale Einsatzmenge und wie lang der optimale Einsatzzeitraum ist, da verschiedene Faktoren wie Stabilität im Futter, im Verdauungstrakt, die Wirkungsmechanismen, wie auch dem Status der Darmflora dies beeinflussen. Generell kann aber gesagt werden, dass in Phasen, in denen die Darmflora eine instabile Zusammensetzung aufweist, die Einmischrate der Probiotika höher sein muss als in Zeiten in denen sich die Darmflora etabliert hat. Höhere Probiotikagehalte im Futter werden daher grundsätzlich empfohlen wenn:

  •  die Darmflora noch nicht etabliert ist (Jungtiere)
  • Stressfaktoren, wie z.B. Futterumstellung, Umstallung und Stallklima die Darmflora destabilisieren
  • ein erhöhter Infektionsdruck erwartet wird (z.B. Zusammenführen verschiedener Tierbestände, Klimaeinflüsse)
  • die Futterzusammensetzung eine Vermehrung pathogener Keime im Verdauungstrakt begünstigt (höherer Gehalt an puffernden Inhaltsstoffen, wie z.B. Proteine, Phosphor oder Calcium, geringer Rohfasergehalt)
  • die Darmflora durch einen Therapeutikaeinsatz, speziell durch Antibiotika, negativ beeinflusst wird
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